Von „Macken“ und Eigenheiten

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Wenn der alleine lebende Mario, umgangssprachlich gesprochen, eine oder mehrere „Macken“ hat, ist dies im Allgemeinen nicht weiter schlimm. Diese „Macken“ werden niemanden beunruhigen. Wenn er aber eine Partnerschaft eingeht, dann werden seine „Macken“ der Partnerin auffallen und könnten sie sehr empfindlich stören.

Der single lebenden Anja geht es nicht anders. Sie hat viele Freunde, ist sehr beliebt. Auch sie hat einige kleinen „Macken“, die ihre Freunde kennen, die ihr selbst aber völlig unbewusst sind. Beide, Anja wie Mario, kommen sich völlig normal vor, und sind es wohl auch.

Anja und Mario treffen und verlieben sich.

 

Die total normale und einigermaßen erstaunte Anja stellt nach einiger Zeit fest, dass Mario kleine „Macken“ hat. Der total normale Mario stellt ebenfalls erstaunt fest, dass Anja so ihre „Eigenheiten“ hat.

Beide versuchen eine Zeitlang, ihre Beobachtungen zu ignorieren, aber eines Tages fängt einer von den beiden an, Fragen zu stellen, die sich auf die „Macken“ des anderen beziehen.

Irgendwann stellen beide fest, dass sie mit den Macken des Partners nicht leben können und nicht leben wollen. Sie versuchen beide, ihren Partner zu verändern. Das ist aber nicht so einfach, denn bei Fragen, die unsere Identität betreffen, werden gut gemeinte Zusprachen als Einmischungen und Übergriffe gewertet und erst freundlich, dann energisch abgewehrt.

Beide, Anja und Mario, fühlen sich im Recht und haben beide die Empfindung, der Partner gehe zu weit und verhalte sich nicht korrekt. Einer der beiden wird anfangen, dem Partner Vorwürfe zu machen. Der andere wird sein Verhalten rechtfertigen und seinerseits Vorwürfe vorbringen, die er schon lange zurückgehalten hat. Dieses Spiel kann sich noch eine Weile fortsetzen. Doch ist die Lage jetzt so verfahren, dass vielleicht nur noch eine Scheidungsklage einen Ausweg bieten kann.

Spätestens jetzt wäre für Anja und Mario der Zeitpunkt gekommen, einen wichtigen Schritt zu tun: sie sollten einen Partnerschafts-Designer aufsuchen, denn sie sind sich beide der Ernsthaftigkeit ihrer Lage bewusst und würden heute gerne einiges unternehmen, um ihre gemeinsame Zukunft zu sichern. Wenn sie diesen Schritt nicht tun, wird ihre Situation eskalieren.

Solche “Macken”, diese Art von Unverträglichkeiten, haben wir im Kapitel „25 Psychische Module“ im Einzelnen beschrieben.

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